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 Niroz Malek_CoverNiroz Malek: Der Spaziergänger von Aleppo

Miniaturen
Aus dem Arabischen von Larissa Bender
Weidle Verlag, 2017

Niroz Malek lebt in Aleppo. Trotz allem. Und er schreibt davon, wie es ist, trotz allem in Aleppo zu leben. Das Ergebnis sind kurze Texte, Miniaturen nicht nur über den Alltag in einer Stadt, auf die Bomben fallen, sondern auch Träume, Phantasien, Texte zu Musik und Literatur, Erinnerungen an gestorbene Freunde und Weggefährten. 55 Miniaturen sind in diesem Buch versammelt, die meisten hat Niroz Malek zuerst auf Facebook veröffentlicht, bis heute schreibt er dort in unregelmäßigen Abständen sehr kurze Texte. An eine Publikation in Syrien war und ist nicht zu denken.
Niroz Malek ist alles andere als ein Reporter des Schreckens, er ist der Intellektuelle, der Schriftsteller, dessen Welt Jahrhunderte an Kultur umfaßt. In dieser Welt lebt er, mit seinen Büchern, Bildern und Schallplatten, und diese Welt kann und will er nicht verlassen. Er streift durch Aleppo, durch die Trümmer und Ruinen, umgeht Straßensperren, versucht vergeblich, einen Soldaten daran zu hindern, einen Jungen mit Down-Syndrom zu erschießen, bloß weil das Kind nicht erfaßt, daß es stehenbleiben soll. Er liest die Namen der Getöteten an den Hauswänden, während er in sein Stammcafé geht, um seinem Alltag einen Anschein von Normalität zu geben. Und er schreibt, weil ihn das am Leben hält. Neben all dem geschilderten Elend ist dieses Buch gleichzeitig auch ein Zeugnis für die Kraft der Kultur, die hilft, auch in der schlimmsten Barbarei die menschliche Würde zu bewahren.

Niroz Malek wurde 1946 in Aleppo geboren. Er hat bislang acht Bände Erzählungen und sechs Romane veröffentlicht. Der Spaziergänger von Aleppo erschien zuerst auf französisch bei Le serpent à plumes. Das Buch wurde mit dem Prix Lorientales 2016 ausgezeichnet und inzwischen auch ins Schwedische übersetzt.

»Der Spaziergänger von Aleppo ist ein heilsamer Gang über einen Weg aus Asche, der poetische Atem eines Wesens, das aus seinem Inneren leuchtet.« Le monde diplomatique

 

Rezensionen

 

Bonner General-Anzeiger, 25. 2. 2017

Syrischer Autor über Aleppo: Briefe aus der Hölle

Der syrische Autor Niroz Malek harrte in der umkäpften Stadt Aleppo aus. Der Bonner Weidle Verlag bringt nun seine erschütternde Miniaturen-Sammlung „Der Spaziergänger von Aleppo“ heraus. Die Angst um den 70-Jährigen aber bleibt. Von Thomas Kliemann

 

Neue Buchtipps

Niroz Malek
Der Spaziergänger von Aleppo

Wegen einer Kurzgeschichte aus dem Jahr 1996 wurde er in Syrien von der Staatsicherheit verhört und dann zwei Wochen lang in eine zwei mal ein Meter große Zelle gesteckt – ein sogenannter „Ohrkniff“ des Regimes: Eine Drohung, denn beim nächsten Mal wird es schlimmer.

 

Radio Bremen, Buch-Tipp

Niroz Malek: Der Spaziergänger von Aleppo

Syrien ist nur ein paar Flugstunden von uns entfernt, weniger als viele unserer Urlaubsorte. Doch was dort an Grausamkeit passiert, erscheint uns hier ganz weit weg. Ganz nahe rückt uns die kriegszerstörte Stadt Aleppo nun in dem neuen Buch von Niroz Malek.

 

Gute Literatur – Meine Empfehlung

Niroz Malek: Der Spaziergänger von Aleppo

Aleppo steht wie kaum ein zweiter Name für die Schrecken des Krieges in Syrien, er ist zu einem Synonym für Brutalität und Menschenverachtung geworden. In dieser Stadt harrt der Schriftsteller Malek aus, er will Zeuge sein und die Wahrheit jenseits der Pressefotos und Berichte liefern. Diese Wahrheit ist die eines Poeten, der weit über Geschehnisse hinaus ein Bild der Menschen, denen alles genommen wurde, zeichnet.

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