/> Larissa Bender – Übersetzungen Arabisch-Deutsch » Blog Archive » Mustafa Khalifa: Das Schneckenhaus

khalifa_1Mustafa Khalifa: Das Schneckenhaus. Tagebuch eines Voyeurs

Weidle Verlag, 2019

Aus dem Arabischen und mit einem Nachwort von Larissa Bender

Der junge syrische Absolvent der Pariser Filmhochschule kommt nach sechs Jahren in Frankreich am Flughafen seiner Heimatstadt an und wird bei der Einreise festgenommen. Man wirft ihm vor, der verbotenen Muslimbruderschaft anzugehören, obwohl er getaufter Christ ist und Atheist dazu. Es gibt weder eine Anklage noch eine Gerichtsverhandlung. In dem schlimmsten aller Gefängnisse, dem Wüstengefängnis bei der Oasenstadt Palmyra (arabisch Tadmur), gerät er zwischen die Fronten der dort inhaftierten Muslimbrüder, die ihn als Ungläubigen töten wollen, und den Wärtern, die ihn schlagen und foltern. Er führt ein Gedankentagebuch, das er nach seiner Freilassung zu Papier bringt, um den Terror zu dokumentieren und die Erinnerung an die Gefangenen und Ermordeten wachzuhalten.

 

Rezensionen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2019

Roman „Das Schneckenhaus“ : Im syrischen Kerker

Wo Beten streng verboten ist: Mustafa Khalifas schockierender autobiographischer Tatsachenroman „Das Schneckenhaus“ erzählt von einer zwölf Jahre langen Haft. Von Lena Bopp

 

Deutschlandfunk, 4.6.2019

Mustafa Khalifa: „Das Schneckenhaus“„Dieses Buch ist ein Muss, um Syrien zu verstehen“

13 Jahre verbringt der Erzähler in syrischen Gefängnissen, einige im berüchtigten Wüstengefängnis Tadmor. Mustafa Khalifa erzählt von Folter, Hinrichtungen und Überlebensdrang. „Das Buch beschreibt eindrücklich die Entstehung von Gewalt in Syrien – bis heute“, sagt die Übersetzerin Larissa Bender.

Larissa Bender im Gespräch mit Dina Netz

 

Neue Zürcher Zeitung, 19.5.2019

Hier wird der Mensch im Kern zerstört: Gefängnistexte aus Syrien und der Türkei

Sie umkreisen ähnliche Erfahrungen – aber sie tun es auf gegensätzliche Art: Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan verdichtet das Trauma von Folter und Gefangenschaft in düsteren lyrischen Bildern, während Mustafa Khalifa einen schonungslosen Zeugenbericht aus syrischen Kerkern vorlegt. Von Angela Schader

 

Frankfurter Rundschau, 16. 4 2019

Tagebuch von den Jahren in der Hölle. Mustafa Khalifa erzählt in „Das Schneckenhaus“ von der Haft im Wüstengefängnis Tadmor.

Ein Tagebuch aus der Hölle – das ist „Das Schneckenhaus“ von Mustafa Khalifa. Dass es sich dabei um einen Roman handelt, muss mit Nachdruck betont werden. Denn der Leser ist geneigt, hier einen autobiografischen Text zu vermuten. Was schlicht daran liegt, dass der Autor den Folterterror in einem syrischen Gefängnis der 80er Jahre mit solch peitschender Intensität zu schildern vermag, dass es einen ein ums andere Mal schaudert. Von Martin Oehlen

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