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Yussef Ziedan: Azazeel

Roman aus Ägypten
Aus dem Arabischen von Larissa Bender

Verlag Luchterhand, 2011

Der Skandalroman aus Ägypten – ein Plädoyer gegen jegliche Gewalt im Namen der Religion

In Ägypten war dieser Roman über das abenteuerliche Leben eines frühchristlichen Mönchs sofort nach seinem Erscheinen ein Bestseller. Youssef Ziedans Roman, ein Plädoyer für eine undogmatische, lebensbejahende Religiosität, löste große Kontroversen aus – die Koptische Orthodoxe Kirche forderte (vergeblich) ein Verbot des Buches, muslimische Scheichs protestierten gegen den Autor.Nach einem abenteuerlichen Leben schreibt der koptische Mönch Hypa seine Erinnerungen nieder, um Rechenschaft abzulegen: über seine eigenen Verfehlungen, die der frühchristlichen Kirche und vielleicht sogar der Gläubigen überhaupt. Geboren im südlichen Ägypten, wuchs Hypa noch mit dem Glauben an die alten ägyptischen Götter auf. Als junger christlicher Mönch studierte er später Medizin, begab sich auf Wanderschaft und geriet mitten in die leidenschaftlichen theologischen Auseinandersetzungen, die im fünften Jahrhundert die Kirche erschütterten: In Alexandria erlebt Hypa, zu welch grausamer Gewalt Christen fähig sind, in den Höhlen am Toten Meer betet er um Erleuchtung und Erlösung von seinen Seelenqualen, in Jerusalem lernt er Bischof Nestorius kennen, der wegen widerstreitender theologischer Auffassungen exkommuniziert wird, und in einem abgeschiedenen Bergkloster zwischen Antiochia und Aleppo schreibt er schließlich auf, was ihm alles widerfahren ist. Denn da gibt es auch noch Oktavia, die schöne alexandrinische Heidin, die ihn fast von seinem Weg abbringt, und Martha, eine junge christliche Chorsängerin – und immer wieder Azazel, den Teufel, der ihn zaudern und zweifeln und sündigen lässt, der ihn zur Niederschrift nötigt und von sich behauptet, ein Teil von Hypa selbst zu sein.

 

Rezensionen:

iz3w, Mai/Juni2012

Ein ägyptischer Salman Rushdie?

»Das ist bereits mein 54. Buch und ich konnte mir nicht vorstellen, dass es eine solche Debatte hervorrufen würde«, kommentierte Youssef Ziedan die Reaktionen auf seinen Roman Azazel. Die Vergabe des Arab Booker Prize 2009 an den ägyptischen Autor hatte für Furore gesorgt. »Azazel« (zu deutsch »Beelzebub«) sei vergleichbar mit Salman Rushdies Roman »Satanische Verse«, der die muslimische Welt in Aufruhr versetzte, so ein ranghoher Geistlicher der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten. Von Feven Michael

 

Stimmen der Zeit – Die Zeitschrift für christliche Kultur

Ziedan, Youssef: Azazel

In welcher Weise führt Religion zum religiösen Fanatismus? Der Roman „Azazel“ des ägyptischen Philosophieprofessors Youssef Ziedan, der noch vor dem „arabischen Frühling“ entstand und 2009 den arabischen „Booker“-Preis gewann, schildert das Leben im Nahen Osten zu Beginn des 5. Jahrhunderts aus der Perspektive des christlichen Mönchs Hypa.  Von Christian Modemann

 

Qantara.de, 8. März 2012

Youssef Ziedans Roman „Azazel“
Im Zweifel für den Zweifel

Youssef Ziedans historischer Roman „Azazel“, der 2009 mit dem renommierten arabischen Booker-Preis ausgezeichnet wurde, richtet sich gegen religiös motivierte Gewalt. Von Andreas Pflitsch

 

Neue Zürcher Zeitung, 23. Dezember 2011

Sachwalter eines grossen Erbes

Mit seinem Roman «Azazel» löste Youssef Ziedan bei christlichen wie muslimischen Geistlichen in Ägypten einen Proteststurm aus. Als Direktor der Handschriftenabteilung der Bibliothek von Alexandria träumt er von der Wiederbelebung des kosmopolitischen Erbes der einstigen Weltstadt. Von Susanne Schanda

 

Deutschlandradio Kultur, 8. Dezember 2011

Ein Mönch im spätantiken Ägypten

Ein muslimischer Autor aus Ägypten schreibt einen Roman über Glaubenskonflikte im frühen Christentum. „Azazel“ wurde gleich bei seinem Erscheinen ein Beststeller und erhielt 2009 den arabischen Booker-Preis. Jetzt liegt die deutsche Übersetzung vor. Von Stefan Weidner

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