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Khan Asaad Pascha in Damaskus © Larissa Bender
Khan Asaad Pascha in Damaskus © Larissa Bender

 

»Briefe an Samira«

Samira Khalil © Larissa Bender
Samira Khalil © Larissa Bender

Am 9. Dezember 2013 wurde Samira Khalil in Douma, einem Vorort von Damaskus, entführt. Sie ist bis heute verschwunden. Ihr Ehemann Yassin al-Haj Saleh ist syrischer Schriftsteller und Dissident. Er verbrachte 16 Jahre in einem syrischen Gefängnis. 2011 ging er in den Untergrund und flüchtete schließlich in die Türkei.

In einer Reihe von Briefen schreibt er seiner Frau, wie sich die Lage in Syrien seit ihrem Verschwinden entwickelt hat. Die Briefe wurden seit dem Erscheinen im Jahr 2017 in mehrere Sprachen übersetzt. Die deutsche Übersetzung  erscheinen zeitgleich auf faustkultur.de und der Heinrich-Böll-Stiftung.

 

 

Stimmen aus Syrien_Faus Kultur_Collage

Ein Dossier zu syrischer Literatur und Kultur

Stimmen aus Syrien

Seit über vierzig Jahren herrscht in Syrien eine Diktatur, die die ganze Gesellschaft streng überwacht. Trotzdem setzen sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller immer wieder mutig über Tabus hinweg und versuchen, die vom Regime gesetzten Grenzen künstlerisch auszuloten; viele wurden mit Schreibverbot belegt. Im März 2011 entstand jedoch eine neue Welle des Protests. Die Barriere der Angst, die das Regime errichtet hatte, wurde überwunden, eine neue Kreativität brach sich Bahn. Das Assad-Regime hat mit brutaler Gewalt diese aufkeimende Hoffnung niedergeschlagen. Die gegen das syrische Volk gerichtete Grausamkeit und Härte sind so unvorstellbar, dass es im Ausland schwer fällt, sie zu glauben. Nachrichtenmedien zögern zunehmend, über diese Gräueltaten zu berichten.

Im Syrien-Schwerpunkt von Faust-Kultur, der von Larissa Bender betreut wird, versuchen Autoren, die inmitten der Bürgerkriegsregion leben oder noch bis vor kurzem in Syrien wohnten, ihre Wahrnehmung des Geschehens zu beschreiben. Sie sind Zeugen traumatischer Vorgänge. Existenzielle Not hat ihre Worte und ihre Blicke geprägt. Sie bildet das Fundament der Texte, die inmitten von Gefahr und Verzweiflung – auch über die mangelnde Hilfe aus dem Ausland – geschrieben wurden.

Faust-Kultur gibt den Stimmen dieser Autoren und Autorinnen aus Syrien Raum, die eigene Haltung unmittelbar auszusprechen und über das Erlebte zu berichten. Die Härte der gesammelten Erfahrungen wird in diesen Zeilen spürbar. Ungebremst kommt auch die Enttäuschung zum Ausdruck über die Unfähigkeit der westlichen Welt, elementarste Hilfe zu leisten.

Wer verstehen möchte, was in Syrien passiert, muss hinter die Kulissen der Kurznachrichten schauen und Syrer auch selbst zu Wort kommen lassen! Dieser Schwerpunkt stellt darum in einem vierzehntägigen Rhythmus aktuell verfasste Originalbeiträge syrischer Autoren vor, die sich mit den Veränderungen in ihrer Gesellschaft seit der Revolution auseinandersetzen. mehr …

Mit freundlicher Unterstützung der Friedrich Ebert Stiftung

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