Ghayath Almadhoun: Ein Raubtier namens Mittelmeer

Platz 1 der 39. Litprom-Bestenliste „Weltempfänger“ / Sommer 2018

RZ_ghayathalmadhoun_Stadt.inddGhayath Almadhoun: Ein Raubtier namens Mittelmeer

Gedichte
Aus dem Arabischen von Larissa Bender

Arche Literaturverlag, 2018

Mit seinen Gedichten erhebt Ghayath Almadhoun die Stimme: für die Opfer des syrischen Bürgerkrieges, für die Fliehenden und Asylsuchenden, für die Verletzten und Zurückgebliebenen. Mal poetisch-weich, mal rau und wild, dringen seine Texte mit ungeahnter Kraft in unsere Vorstellung ein und legen eine Wirklichkeit frei, die kein Foto festhalten, kein Zeitungsbericht in Worte fassen kann. Trauer und Tod, Krieg und Zerstörung, Flucht und Heimweh, Liebe und Schmerz treten so dicht vor Augen, dass ein Wegschauen unmöglich ist.
Für Almadhoun ist die Lyrik eine Möglichkeit, das Unsagbare in Worte zu fassen. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind Schlaglichter, die die Schrecken des syrischen Bürgerkrieges schonungslos ausleuchten.

 

 

Rezensionen:

 
 
Gerrit Wustmann:
Kleine Hoffnung auf Hoffnung
Ghayath Almadhouns Gedichte: Eine Wunde der Sprache
 
Syrien. Krieg. Seit bald sieben Jahren. Tod und Zerstörung. Die Menschen, die davor fliehen: Ein Debattenthema über das sich die Politik zerfleischt und an dem rechtsradikale Dumpfbacken sich weiden – inzwischen, siebzig Jahre danach, auch wieder im Bundestag. Es wird über Menschen geredet, als seien sie etwas Abstraktes, zu dem man zwar eine Meinung hat, mit dem man aber persönlich eigentlich nichts zu tun haben will. Die Sprache ist verräterisch, immer.